Network

Virtuelles Netzwerken – Geht das?

Viele Konferenzen, Barcamps, Trainings und sonstige Veranstaltungen wandern gerade in die virtuelle Welt. Vorträge per Videokonferenztool können wir uns alle gut vorstellen. Aber wie sieht es mit dem Netzwerken aus? Diese Frage stellte vor Kurzem Max Dahmer, Netzwerkmanager des digitalen Gründerzentrums Lagarde1, in einem Artikel auf LinkedIn.

Ich habe mal versucht die Remote Five für virtuelle Teams aufs Netzwerken anzuwenden. Hier sind meine Gedanken dazu:

  1. Purple Space – Damit Netzwerken entstehen kann braucht es einen virtuellen Raum mit Augenhöhe. Sobald mehrere Menschen an einem Ort versammelt sind und nur einzelne remote wird es nicht funktionieren. Denn die Menschen im Raum werden sich nahe sein und die Menschen die remote dabei sind, werden sich außen vor fühlen. Wichtig ist auch, dass ein Rahmen für das Netzwerken geschaffen wird. Idealerweise gibt es etwas wie einen virtuellen Icebreaker. Wie wäre es hiermit:
    Welcher Morgentyp bist du? Typ Snooze-Button, Springe-sofort-aus-dem-Bett oder …? Male in 30 sec ein Bild und halte es in die Kamera.
    Mehr Inspiration gibt es bei Icebreaker von Range.
  2. Heartbeat – Hat man einen ersten Kontakt geknüpft ist regelmäßiger Kontakt wichtig für den Beziehungsaufbau. Also nicht warten bis man sich mal in real sieht. Das könnte in der aktuellen Situation recht lange dauern. Sucht Euch eine Frequenz und Zeitslot, der für Euch beide passt. Ein gemütlicher Kaffee morgens bevor die Kinder aufstehen? Oder lieber am Nachmittag, wenn im Homeoffice das Tief einsetzt? Oder doch abends auf ein virtuelles Glas Wein oder Bier?
  3. Digitale Kommunikation – Tools gibt es wie Sand am Meer. Was ist das Richtige? Beim normalen Netzwerken haben wir Face2face, synchron mit hohem Medienreichtum. Den höchsten Medienreichtum hat man per Videokonferenz. Wenn man sich noch nicht so gut kennt, fühlt man sich in den eigenen vier Wänden vielleicht nicht so wohl damit. Für das erste Kennenlernen könnte man daher auch den Chat nutzen, den so gut wie jedes Konferenztool mitbringt. Auch für später bietet sich ein Messenger an um sich regelmäßig zu schreiben. Am besten ihr findet ein Tool, das ihr schon beide regelmäßig nutzt.
    Natürlich gibt es auch Tools, die eine Veranstaltung so gut es geht in der virtuellen Welt abbilden. Eine gute Übersicht gibt es bei Lisette Sutherland. Sei dir aber bewusst, dass diese Tools eine technische Barriere darstellen können und einiges an Aufwand für das Setup erfordern.
  4. Secret Rules – Hier wird es spannend. Wer offen für Netzwerken ist sehe ich bei der Präsenzveranstaltung an der Körpersprache. Steht jemand alleine? Stehen bereits zwei Menschen ins Gespräch vertieft zusammen oder ist es eine Gruppe, die noch offen ist? Das muss im Remote Kontext sichtbar gemacht werden. Man kann zum Beispiel die Statusinfo im Konferenztool nutzen – Am Netzwerken / Noch auf der Suche. Ansonsten wähle ich mir meinen Netzwerkpartner auch unbewusst anhand des Aussehen aus. Wie wäre es mit Avataren zu arbeiten? Bei manchen Veranstaltungen schreiben sich Menschen #Hashtags aufs Namenschild. Das geht auch in der virtuellen Teilnehmerliste.
  5. Feedback – Genießt du die Interaktionen mit deinem neuen Kontakt? Bringt er dich bei einer Herausforderung vielleicht sogar weiter? Zeit Danke zu sagen. Funktioniert gut mit den Danke Karten auf LinkedIn:

Funktioniert es so einfach und gut wie in der physischen Welt? Ich denke nicht. Aber einen Versuch ist es alle mal wert. Ich habe einige Kontakte, die ich noch nie in der realen Welt gesehen habe. Ich behaupte also das virtuelle Netzwerken kann gut funktionieren.

Was sind deine Erfahrungen mit virtuellem Netzwerken? Welche Tipps kannst du teilen? Schreib es in die Kommentare oder werde auch Autor auf abjetzt.online.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.